Oft wird in Verhandlungen nicht Frieden geschaffen, sondern Krieg beendet. Sind jedoch Frauen am Prozess beteiligt, steigen die Chancen für dauerhaften Frieden markant, schreibt unsere Geschäftsleiterin Deborah Schibler in der NZZ am Sonntag.
Die Resolution 1325 des UNO-Sicherheitsrats zu «Frauen, Frieden und Sicherheit» verlangt unter anderem, dass Frauen bei der Prävention, Bewältigung und Lösung von Konflikten mitentscheiden können. Heute richtet sich der Fokus der Staatengemeinschaft vor allem auf die Verhinderung von «gewalttätigem Extremismus». Geht das auf Kosten von Frauenrechten und nachhaltigem Frieden?
Am 8. März feiern Frauenorganisationen auf der ganzen Welt den Internationalen Frauentag und machen ihre Forderungen für mehr Frieden und Gleichberechtigung öffentlich. Aus diesem Anlass hat FriedensFrauen Weltweit – gemeinsam mit dem weltweiten Netzwerk von Friedensaktivistinnen – eine Workshopreihe zu feministischer Friedenspolitik, Abrüstung und Entmilitarisierung lanciert. Wir organisiert diese Workshop-Reihe mit der Unterstützung der Women's International League of Peace and Freedom (WILPF).
Welche Bilder löst das Wort «Friedensprozesse» bei Ihnen aus? Vermutlich stellen Sie sich jahrelange Verhandlungen vor, eine Zeremonie, an der die Konfliktparteien ein Abkommen unterzeichnen und sich die Hände reichen? Wir haben dieses gängige Bild dekonstruiert und uns vertieft mit der Frage auseinandergesetzt: «Wie beeinflussen Frauen Friedensprozesse?» Das Resultat ist eine graphische Darstellung der unterschiedlichen Stadien von Friedensprozessen. Mit diesem Instrument rücken wir die Rolle von Frauen in den Mittelpunkt und zeigen auf, wo sie Einfluss nehmen, um Friedensprozess anzutreiben und Rückschritte zu verhindern.
Seit April 2023 ist der Sudan in einen brutalen Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften und den Rapid Support Forces verwickelt. Infolgedessen wurden Zehntausende von Menschen getötet, zwölf Millionen wurden vertrieben, und es droht eine Hungersnot. Am 24. Juli 2024 luden die Vereinigten Staaten die sudanesischen Streitkräfte und die Rapid Support Forces zu Friedensgesprächen in die Schweiz ein, die am 14. August stattfinden sollen. Bislang sind ähnliche Initiativen für einen Waffenstillstand gescheitert. Die prominente sudanesische Mediatorin und Friedensaktivistin Rabab Baldo ist Mitglied unseres globalen Netzwerks Feminists Connecting for Peace. Sie verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Einsatz für einen gerechten Frieden im Sudan und erklärt, was geschehen muss, damit die Gespräche in der Schweiz erfolgreich sind.
In Genf finden seit Mitte August Verhandlungen für eine Waffenruhe im Sudan statt. Angereist sind auch 15 Sudanesinnen mit der Forderung, Teil des Friedensprozesses zu sein. Im Beitrag von swissinfo kommen Rabab Baldo aus unserem Netzwerk und unsere Geschäftsleiterin Deborah Schibler zu Wort.
Gemeinsam mit unseren Partnerinnen in Kolumbien, Nepal und den Philippinen unterstützen wir Frauen dabei, ihre Erfahrungen und Forderungen nach Frieden nach dem formellen Ende eines bewaffneten Konflikts zu äussern. Wir haben eine Illustration und ein Handout entwickelt, um die Erkenntnisse, die wir im Laufe von drei Jahren gemeinsam gewonnen haben, kreativ zu präsentieren und zu teilen, damit unser Engagement eine nachhaltigere Wirkung erzielt.
Am 31. Oktober 2000 wurde die Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats zu Frauen, Frieden und Sicherheit (WPS) einstimmig von allen 15 Mitgliedern des Rates verabschiedet. Im Zentrum dieser wegweisenden Resolution, mit der die Agenda für Frauen, Frieden und Sicherheit ins Leben gerufen wurde, steht der Grundsatz, dass «Frieden ohne die uneingeschränkte, gleichberechtigte, wirksame und sichere Beteiligung und Führungsrolle von Frauen und Mädchen in all ihrer Vielfalt nicht möglich ist». Fünfundzwanzig Jahre später hängt die WPS-Agenda am seidenen Faden.
Wie spricht man während eines andauernden Krieges über Friedensförderung? Das ist schwierig und herausfordernd, aber 20 ukrainische Frauen haben sich vom 17. bis 20. November 2025 in Lwiw versammelt und genau das getan.
Unsere Gründerin und Präsidentin Ruth-Gaby Vermot ist im Mai 2026 zurückgetreten. Über Jahrzehnte setzte sich für die Sichtbarkeit der meist unterbewerteten Arbeit von Frauen in von Krieg und bewaffneten Konflikten betroffenen Ländern ein. Ihre mutige Vision, 1000 Frauen aus der ganzen Welt als Kollektiv für den Friedensnobelpreis 2005 zu nominieren, lebt in unserer Zusammenarbeit mit Frauen und feministischen Aktivist:innen in unseren Programmen und im Netzwerk Feminists Connecting for Peace weiter. Im Interview mit unserer Mitarbeiterin Larissa Mina Lee spricht sie über Erfolge, Rückschläge und Hoffnungen.
Zweifellos befindet sich die Welt in einer Phase radikaler Veränderungen, Umbrüchen und Unsicherheit. Das Jahr 2025 hat gezeigt, wie negativ sich diese Entwicklungen auf die feministische Friedensförderung auswirken. Im Jahresbericht erfahren Sie, wir wir und unsere Partner:innen damit umgehen.