Von Policy Briefs und Berichten über Beiträge von Aktivistinnen im «Feminists Connecting for Peace»-Netzwerk hin zu den Biografien der 1000 FriedensFrauen: Die Publikationen geben Einsicht in unsere politische und Projektarbeit und in die Tätigkeit der Frauen in unserem globalen Netzwerk.
In der im Mai 2025 veröffentlichten Ausgabe des Magazins Fem*Fém schreiben unsere Mitarbeiterinnen Liv Halperin und Camille Bernheim in ihrem Beitrag über die Förderung kreativer Handlungsfähigkeit, die Aufrechterhaltung von Friedensförderung und die Nutzung politischer Chancen als entscheidende Faktoren für die Schaffung einer friedlichen Gesellschaft nach bewaffneten Konflikten. Das mehrsprachige Magazin FemFém wird vom Verein Feministische Wissenschaft Schweiz FemWiss veröffentlicht. Die Beiträge in FemFém 68 setzen sich mit dem Thema (Anti)Militarismus auseinander und fokussieren auf feministische Perspektiven auf Krieg und Widerstand.
Erkenntnisse aus unseren Projekten in Kolumbien, Nepal und den Philippinen zur Teilhabe von Frauen in der Übergangsjustiz («transitional justice») und an Friedensprozessen . (2021, Englisch, Spanisch)
Publikationen, die aus unserem Projekt zur zivilgesellschaftlichen Begleitung des Schweizer Nationalen Aktionsplans zu «Frauen, Frieden und Sicherheit» hervorgegangen sind, werden auch unter Politische Arbeit - Unser Engagement aufgeführt. Sie finden dort auch Inhalte zu weiteren Advocacy-Themen, wie Agenda 2030 und Istanbul-Konvention.
Zivilgesellschaftliche Prioritäten für den 5. Schweizer Nationalen Aktionsplan 1325
2024, Deutsch, Englisch, Französisch
Bericht der Zivilgesellschaft zum 5. NAP 1325 (2024)
6,16 MB, PDF
Policy Brief: «Centering Care in Women, Peace and Security: Civil society’s voice in Switzerland’s implementation of the Fourth National Action Plan 1325»
2022, Englisch
Policy Brief: Centering Care in WPS_EN (2022)
1,36 MB, PDF
Kein Frieden ohne Care-Arbeit
2021, Deutsch, Englisch, Französisch
Broschüre: «Kein Frieden ohne Care-Arbeit» (2021)
990,02 KB, PDF
Policy Brief: «Frauen, Frieden & Sicherheit und Gewaltprävention: Perspektiven der Zivilgesellschaft»
2019, Deutsch, Englisch
Bericht: WPS und Gewaltprävention (2019)
5,56 MB, PDF
Policy Brief: WPS and the Prevention of Violence (2019)
703,46 KB, PDF
Frauen Frieden Sicherheit – reloaded: Zivilgesellschaftlicher Alternativbericht zum Nationalen Aktionsplan 1325 aus der Genderperspektive
2016, Deutsch, Englisch
Bericht: Frauen Frieden Sicherheit – Reloaded (2016)
1,04 MB, PDF
1000 PeaceWomen Across the Globe
Buch, Deutsch, Englisch, Spanisch, Japanisch
Lesen Sie hier die Biografien der 1000 FriedensFrauen, online auf Englisch und Deutsch, die 2005 im Buch veröffentlicht wurden.
Advocacy und Lobbying
Frauen
Friedensprozess
Zivilgesellschaft/Zivilgesellschaftliche Organisation
Patriarchat
Dekolonialismus
Krieg/bewaffneter Konflikt
Advocacy bezieht sich auf die strategischen Bemühungen – u.a. durch Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit oder direkte politische Kommunikation –, die öffentliche Meinung, die Politik und die Bereitstellung von Ressourcen zu beeinflussen, um bestimmte gesellschaftliche oder politische Ziele zu erreichen, insbesondere im Interesse von marginalisierten Gruppen oder Betroffenen. Lobbying/Lobbyarbeit kann als Teilbereich von Advocacy verstanden werden, der sich explizit und direkt an politische Entscheidungsträger:innen richtet, um auf Gesetzesvorlagen und politische Entscheidungen einzuwirken.
(Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung, Netzwerk Friedenskooperative)
Mit «Frauen» meinen wir Menschen, die sich als weiblich identifizieren, einschliesslich trans, inter und cis Frauen. Darüber hinaus betonen wir die Notwendigkeit, die Stimmen und Erfahrungen von Menschen einzubeziehen, die als Frauen sozialisiert wurden oder gelegentlich als Frauen wahrgenommen werden, wie z. B. trans Männer, nicht-binäre und agender Personen.
Ein Friedensprozess ist die Zusammenführung aller Schritte, Initiativen und Massnahmen der formellen und informellen Friedensförderung, die einen transformativen Strukturwandel anstreben, indem sie die Ursachen von Konflikten und Gewalt vor, während und nach bewaffneten Konflikten angehen. Ein Friedensprozess verläuft selten linear, sondern in Etappen oder Phasen, die sich oft überschneiden, ohne übersichtlichen Zeitplan. Ein Friedensprozess ist vielmehr ein Puzzle aus mehreren aufeinanderfolgenden kleinen Schritten als der grosse, minutiös durchgeplante Versuch einen Konflikt gemäss Handbuch zu beenden. Er kann in jeder Phase – auch nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens – aus dem Ruder laufen und Rückschritte erleiden.
Siehe: https://1000peacewomen.org/de/themen/friedensprozesse
Unter Zivilgesellschaft wird jener Bereich gesellschaftlichen Handelns verstanden, in dem sich Menschen zusammenschliessen, um öffentliche Interessen und soziale Anliegen zu verfolgen oder politische und gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten. Die Bürger:innen in einer Zivilgesellschaft engagieren sich in Nichtregierungsorganisationen, Bürger:inneninitiativen und Vereinen, die unabhängig vom Staat und vom Markt agieren. Die Zivilgesellschaft ist für die Stärkung der Demokratie und die Förderung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft von entscheidender Bedeutung.
«Zivilgesellschaftliche Organisationen» bezeichnet alle nicht gewinnorientierten, organisierten Gruppen, Vereine und Verbände in der Gesellschaft, die unabhängig von Regierung, Staat und Privatwirtschaft arbeiten. Beispiele für zivilgesellschaftliche Gruppen sind Universitäten, Nichtregierungsorganisationen, Freiwilligenverbände, Organisationen, Bewegungen und Netzwerke, die im sozialen Raum ausserhalb von Staat und Privatwirtschaft leben und arbeiten, Umweltbewegungen, Verbände indigener Völker, organisierte lokale Gemeinschaften und Gewerkschaften. Sie können auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene organisiert sein. Zivilgesellschaftliche Organisationen nehmen eine Vielzahl von Dienstleistungen und humanitären Aufgaben wahr, tragen die Anliegen der Bürger:innen zu den Regierungen, überwachen die Politik und fördern die Beteiligung in der Gemeinschaft.
Quellen: UNESCO , IGI Global
Der Begriff «Patriarchat» beschreibt ein Gesellschaftssystem, in dem soziale Beziehungen, Werte, Normen und Verhaltensmuster vorwiegend von Männern geprägt sind und das Männer begünstigt. Historisch gesehen beschreibt das Patriarchat eine Gesellschaftsordnung, in der sozialer Status, Land, Eigentum und Rechte von den Vätern verwaltet und an ihre Söhne weitergegeben werden. Weltweit herrschen auch heute noch patriarchale Strukturen vor, welche eine Hierarchie zwischen den Geschlechtern schafft. Beispiel dafür sind ungleiche Löhne zwischen den Geschlechtern für gleiche Arbeit, sowie die unbezahlte und unterbewertete Care-Arbeit von Frauen. Dahinter steht eine tief verwurzelte Einstellung: Der Mann ist der Frau und anderen Geschlechtern überlegen. Diese Haltung ist eine der Hauptursachen für Gewalt gegen Frauen, Mädchen und queere Personen. Jedoch profitieren nicht alle Männer gleichermassen von diesem System. Abhängig von ihrer sozialen Klasse, Rassifizierung, Sexualität oder aufgrund von Behinderungen, entsprechen sie nicht zwingend dem vorherrschenden Ideal von Männlichkeit und werden ebenfalls diskriminiert.
Quellen: Centre for Feminist Foreign Policy Glossar ; Medica Mondiale Glossar
Dekolonialismus (sowie Dekolonisierung) in der internationalen Zusammenarbeit, humanitären Hilfe und in der Friedensförderung bezieht sich auf die Dekonstruktion und den Abbau kolonialer und neokolonialer Ideologien, welche die Art und Weise, wie der Globale Norden denkt und Wissen bewertet, als übergeordnet betrachten. Das Ziel ist die Umverteilung von Macht und Ressourcen, die nicht nur Kolonialmächte während des Kolonialismus angehäuft haben – und von denen sie bis heute profitieren und sie weiter ausbauen. Ausserdem zielt der Dekolonialismus darauf ab, auf die Denkweisen und Verhaltensmuster, die sich während der Kolonialzeit verfestigt haben, hinzuweisen und diese zu überwinden. Aus der Perspektive von Kritiker:innen des Kolonialismus, zu denen wir gehören, umfasst der Dekolonialismus sowohl eine kritische Perspektive als auch eine Praxis, die das fortbestehende Erbe kolonialer Macht in Wissen, Politik und Friedensförderung hinterfragt. Dekolonialismus und Dekolonialisierung fordern den Abbau dominanter westlicher Strukturen, die lokales, indigenes und feministisches Wissen und Macht marginalisieren. Stattdessen stellt Dekolonialismus die Stimmen, Erfahrungen und Führungskompetenzen derjenigen in den Mittelpunkt, die am stärksten von gewaltsamen Konflikten und historischer Unterdrückung betroffen sind.
PeaceWomen Across the Globe betrachtet Dekolonialismus sowohl als eine kritische Sichtweise als auch als eine Praxis, die die fortbestehenden Hinterlassenschaften kolonialer Macht in den Bereichen Wissen, Politik und Friedensförderung hinterfragt. Er fordert den Abbau vorherrschender westlicher Denkmuster, die lokales, indigenes und feministisches Wissen und Macht ausgrenzen. Stattdessen rückt der Dekolonialismus die Stimmen, Erfahrungen und Führungsrollen derjenigen in den Mittelpunkt, die am stärksten von gewaltsamen Konflikten und historischer Unterdrückung betroffen sind.
Quellen: Peace Direct: Race, Power and Peacebuilding, 2022; PeaceWomen Across the Globe «Guiding principles for decolonial peacebuilding», 2025..
Krieg ist sowohl ein allgemeiner Begriff der Umgangssprache, der sich auf ein Phänomen organisierter kollektiver Gewalt bezieht und die Beziehungen zwischen Staaten oder die Machtverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft beeinflusst, als auch ein Rechtsbegriff des Völkerrechts (jus ad bellum und jus in bello). «Bewaffneter Konflikt» beschreibt einen Zustand der Feindseligkeiten, der weder von einer Kriegserklärung noch von der Anerkennung der Existenz eines «Krieges» durch die Konfliktparteien abhängt. Mit anderen Worten: Alle Kriege sind bewaffnete Konflikte, aber nicht alle bewaffneten Konflikte sind erklärte Kriege. Nach einschlägiger Rechtsprechung und nach Auffassung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz liegt ein bewaffneter Konflikt vor, wenn zwischen Staaten zu Waffengewalt gegriffen wird («internationaler bewaffneter Konflikt»). Wenn es zu anhaltender bewaffneter Gewalt zwischen Regierungsbehörden und organisierten bewaffneten Gruppen oder zwischen solchen Gruppen innerhalb eines Staates kommt, spricht man von einem «nicht-internationalen bewaffneten Konflikt». Im Falle nicht-internationaler bewaffneter Konflikte ist eine bestimmte Intensitätsschwelle erforderlich (vereinzelte Vorfälle, Spannungen oder kleinere Scharmützel reichen nicht aus).
(Quelle: Internationales Komitee vom Roten Kreuz)