Feministische Friedenspolitik:

Feministische Friedenspolitik: Feministisch und intersektional

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Auch patriarchale Machtverhältnisse, strukturelle Gewalt und physische oder psychische Gewalt gegen Frauen und diskriminierte Gruppen blockieren den Weg zu dauerhaftem Frieden. Deshalb engagieren wir uns in der Friedensförderung aus einer feministischen, intersektionalen Perspektive. Denn wir verstehen Frieden in einem umfassenden Sinne.

Die dominante Friedens- und Sicherheitspolitik versteht Sicherheit als nationales Ziel, das mit militärischen und polizeilichen Praktiken erreicht werden soll. Eine solche Auffassung von Sicherheit lässt die vielfältigen Ursachen von Kriegen und bewaffneten Konflikten ausser Acht, trägt nicht zur tatsächlichen Sicherheit von Frauen und diskriminierten Gruppen bei und militarisiert die Gesellschaft zusätzlich. Dieser Prozess der zunehmenden Militarisierung und die damit einhergehende Überwachung begünstigt die strukturelle, psychische und physische Gewalt, was wiederum einen dauerhaften Frieden verhindert.

Positiver Frieden

Patriarchale Machtverhältnisse und (post-)koloniale Herrschaftsformen, Armut, rassistische Ausgrenzung, politische und wirtschaftliche Benachteiligung gehören mit zu den Ursachen von Kriegen und bewaffneten Konflikten.

Sicherheit ist demzufolge mehr als die Abwesenheit von Krieg: Sie beinhaltet auch wirtschaftliche Sicherheit, politische Teilhabe und den Zugang zu wichtigen gesellschaftlichen Ressourcen wie Bildung, Gesundheit, Sozialversicherungen und dem öffentlichen Raum.

Frieden in diesem positiven Verständnis basiert auf Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und der Einhaltung von Menschenrechten.

Feministische Praxis

Feministische Friedensförderung heisst, sich für einen transformativen, strukturellen Wandel einzusetzen. Wir lehnen jegliche Gewalt und die Militarisierung der Gesellschaft ab. Stattdessen stärken wir feministische Perspektiven und Ansätze, welche die Alltagssicherheit, insbesondere von Frauen, ins Zentrum stellen.

Das bedeutet auch, gute Bedingungen für die Care-Arbeit zu schaffen. Denn diese ist die Grundvoraussetzung für gewaltfreie gesellschaftliche Beziehungen.

Wir sehen Frauen als Akteurinnen, die in verschiedenen Rollen einen wichtigen Beitrag zum Frieden leisten. Deshalb

  • fördern wir mit unserem Netzwerk die Vernetzung und den Austausch friedenspolitischer Aktivistinnen.

  • stärken wir mit unseren Programmen zivilgesellschaftliches Engagement und die Partizipation von Frauen und diskriminierten Gruppen in Friedensprozessen.

  • setzen wir uns in unserer politischen Arbeit aktiv für Demilitarisierung, Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit ein.