Frauen
Krieg/bewaffneter Konflikt
Übergangsjustiz/Vergangenheitsarbeit
Konflikttransformation
Patriarchat
Zivilgesellschaft/Zivilgesellschaftliche Organisation
Mit «Frauen» meinen wir Menschen, die sich als weiblich identifizieren, einschliesslich trans, inter und cis Frauen. Darüber hinaus betonen wir die Notwendigkeit, die Stimmen und Erfahrungen von Menschen einzubeziehen, die als Frauen sozialisiert wurden oder gelegentlich als Frauen wahrgenommen werden, wie z. B. trans Männer, nicht-binäre und agender Personen.
Krieg ist sowohl ein allgemeiner Begriff der Umgangssprache, der sich auf ein Phänomen organisierter kollektiver Gewalt bezieht und die Beziehungen zwischen Staaten oder die Machtverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft beeinflusst, als auch ein Rechtsbegriff des Völkerrechts (jus ad bellum und jus in bello). «Bewaffneter Konflikt» beschreibt einen Zustand der Feindseligkeiten, der weder von einer Kriegserklärung noch von der Anerkennung der Existenz eines «Krieges» durch die Konfliktparteien abhängt. Mit anderen Worten: Alle Kriege sind bewaffnete Konflikte, aber nicht alle bewaffneten Konflikte sind erklärte Kriege. Nach einschlägiger Rechtsprechung und nach Auffassung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz liegt ein bewaffneter Konflikt vor, wenn zwischen Staaten zu Waffengewalt gegriffen wird («internationaler bewaffneter Konflikt»). Wenn es zu anhaltender bewaffneter Gewalt zwischen Regierungsbehörden und organisierten bewaffneten Gruppen oder zwischen solchen Gruppen innerhalb eines Staates kommt, spricht man von einem «nicht-internationalen bewaffneten Konflikt». Im Falle nicht-internationaler bewaffneter Konflikte ist eine bestimmte Intensitätsschwelle erforderlich (vereinzelte Vorfälle, Spannungen oder kleinere Scharmützel reichen nicht aus).
(Quelle: Internationales Komitee vom Roten Kreuz)
Die Begriffe Übergansjustiz (auf Englisch: Transitional Justice) und Vergangenheitsarbeit (auf Englisch: Dealing with the Past) werden heute als Synonyme verwendet. Die Begriffe umfassen die gesamte Bandbreite an Prozessen und Mechanismen, mit der eine Gesellschaft versucht, sich mit dem Erbe systematischer Gewalttaten während eines bewaffneten Konflikts oder autoritären Regimes auseinanderzusetzen. Solche Prozesse umfassen: Strafverfolgungsinitiativen, Wahrheitsfindung durch Wahrheitskommissionen, Rehabilitationsprogramme, institutionelle Reformen, oder eine Kombination dieser Massnahmen. Es handelt sich dabei um langfristige, fortlaufende Prozesse, die sich über Generationen erstrecken können und darauf abzielen, die Erinnerung an die Vergangenheit zu bewahren, daraus Lehren zu ziehen und zu verhindern, dass sich systematische Gewalttaten wiederholen.
(Quelle: Leitlinien des Generalsekretärs der Vereinten Nationen (2010)
Konflikttransformation sind «Massnahmen und Prozesse, die darauf abzielen, die Ursachen eines bestimmten Konflikts langfristig anzugehen, um mit friedlichen Mitteln einen gerechten Frieden zu erreichen. Sie zielt darauf ab, negative, destruktive Konflikte in positive, konstruktive Konflikte umzuwandeln, und befasst sich mit strukturellen, verhaltensbezogenen und einstellungsbezogenen Aspekten von Konflikten.» (Véronique Dudouet, Powering to Peace, 2017)
Der Begriff «Patriarchat» beschreibt ein Gesellschaftssystem, in dem soziale Beziehungen, Werte, Normen und Verhaltensmuster vorwiegend von Männern geprägt sind und das Männer begünstigt. Historisch gesehen beschreibt das Patriarchat eine Gesellschaftsordnung, in der sozialer Status, Land, Eigentum und Rechte von den Vätern verwaltet und an ihre Söhne weitergegeben werden. Weltweit herrschen auch heute noch patriarchale Strukturen vor, welche eine Hierarchie zwischen den Geschlechtern schafft. Beispiel dafür sind ungleiche Löhne zwischen den Geschlechtern für gleiche Arbeit, sowie die unbezahlte und unterbewertete Care-Arbeit von Frauen. Dahinter steht eine tief verwurzelte Einstellung: Der Mann ist der Frau und anderen Geschlechtern überlegen. Diese Haltung ist eine der Hauptursachen für Gewalt gegen Frauen, Mädchen und queere Personen. Jedoch profitieren nicht alle Männer gleichermassen von diesem System. Abhängig von ihrer sozialen Klasse, Rassifizierung, Sexualität oder aufgrund von Behinderungen, entsprechen sie nicht zwingend dem vorherrschenden Ideal von Männlichkeit und werden ebenfalls diskriminiert.
Quellen: Centre for Feminist Foreign Policy Glossar ; Medica Mondiale Glossar
Unter Zivilgesellschaft wird jener Bereich gesellschaftlichen Handelns verstanden, in dem sich Menschen zusammenschliessen, um öffentliche Interessen und soziale Anliegen zu verfolgen oder politische und gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten. Die Bürger:innen in einer Zivilgesellschaft engagieren sich in Nichtregierungsorganisationen, Bürger:inneninitiativen und Vereinen, die unabhängig vom Staat und vom Markt agieren. Die Zivilgesellschaft ist für die Stärkung der Demokratie und die Förderung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft von entscheidender Bedeutung.
«Zivilgesellschaftliche Organisationen» bezeichnet alle nicht gewinnorientierten, organisierten Gruppen, Vereine und Verbände in der Gesellschaft, die unabhängig von Regierung, Staat und Privatwirtschaft arbeiten. Beispiele für zivilgesellschaftliche Gruppen sind Universitäten, Nichtregierungsorganisationen, Freiwilligenverbände, Organisationen, Bewegungen und Netzwerke, die im sozialen Raum ausserhalb von Staat und Privatwirtschaft leben und arbeiten, Umweltbewegungen, Verbände indigener Völker, organisierte lokale Gemeinschaften und Gewerkschaften. Sie können auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene organisiert sein. Zivilgesellschaftliche Organisationen nehmen eine Vielzahl von Dienstleistungen und humanitären Aufgaben wahr, tragen die Anliegen der Bürger:innen zu den Regierungen, überwachen die Politik und fördern die Beteiligung in der Gemeinschaft.
Quellen: UNESCO , IGI Global