Sicherheit für alle: Sicherheitspolitische Strategie der Schweiz

Das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik (SEPOS) veröffentlichte im Dezember 2025 den Entwurf der ersten Sicherheitspolitischen Strategie der Schweiz.

Der Kern der Strategie konzentriert sich auf militarisierte Sicherheit und lässt die sozialen und geschlechtsspezifischen Dimensionen von Sicherheit sowie die Konfliktprävention weitgehend ausser Acht. Obwohl Vertreter:innen der Zivilgesellschaft vom Ausarbeitungsprozess weitgehend ausgeschlossen waren, konnten wir in Zusammenarbeit mit anderen gleichgesinnten Schweizer zivilgesellschaftlichen Organisationen konstruktive Vernehmlassungsantworten einreichen. Die Vernehmlassung fand von Ende 2025 bis Anfang 2026 statt.

Die gemeinsamen Forderungen der Zivilgesellschaft lauten:

  • Die endgültige Fassung der Schweizer Sicherheitsstrategie muss Prävention, die Einhaltung internationaler Verträge und ein menschenzentriertes Sicherheitsverständnis beinhalten.

  • Die Forderungen der Schweizer zivilgesellschaftlichen Organisationen müssen bei den budgetären Entscheidungen im Zusammenhang mit dieser Strategie berücksichtigt werden, und die Schweizer Zivilgesellschaft muss im Monitoring der Umsetzung dieser Strategie sowie in die Ausarbeitung künftiger sicherheitspolitischer Strategien einbezogen werden.

Im Mai 2026 starteten wir auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Instagram, LinkedIn) eine Kampagne unter dem Motto SICHERHEIT FÜR ALLE, beginnend mit einem Meinungsbeitrag, der in Schweizer Medien veröffentlicht wurde. Wir sagen Nein zu einer sicherheitspolitischen Strategie, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Schweiz ignoriert und Militarisierung vor Konfliktprävention, Friedensförderung und Nachhaltigkeit stellt.

Bei diesem Anliegen können wir auch auf Verbündete im Parlament zählen. Zusammen mit sieben Parlamentarier:innen aus dem Nationalrat (siehe Liste unten) hat PeaceWomen Across the Globe für die Sommersession 2026 insgesamt zehn Fragen für die Fragestunde vom 8. Juni 2026 vorbereitet, die gleich am ersten Sessionstag am 1. Juni 2026 eingereicht wurden (siehe Links zu den Fragen und Antworten unten). Ziel dieser Fragen ist, dass SEPOS die Strategie überarbeitet und die Forderungen, die in den Fragen enthalten sind, berücksichtigt, bevor der Bundesrat sie bis Ende 2026 verabschiedet.

Solche Fragen dienen vor allem auch als strategisches Instrument, um Antworten vom Bundesrat einzuholen und ihm zu signalisieren, dass ein Thema wichtig ist – im besten Fall mit der Folge, dass sich politisch etwas bewegt. Die Nationalrätin Sibel Arslan (Grüne) etwa fragte, was der Bundesrat tun werde, um die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und genderqueeren Personen in der Strategie zu verankern, da diese bisher keine konkreten Massnahmen dazu vorsieht.

Friedensförderung in der Strategie verankern

Bundesrat Martin Pfister, Vorsteher des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), beantwortete drei Fragen mündlich in der Fragestunde am 8. Juni 2026, alle Antworten wurden ihm zudem schriftlich vorgelegt. Konkret wurde der Bundesrat dabei jedoch selten.

Zwei Parlamentarier, Nationalrat Benoît Gaillard (SP) und Ständerat Carlos Sommaruga (SP), haben je eine Interpellation eingereicht, welche die Wichtigkeit von Prävention und Friedensförderung unterstreichen und den Bundesrat auffordern, diese in der Strategie prioritär zu verankern (siehe weiter unten für die Links zu den Interpellationen).

Dass sieben Parlamentarier:innen Fragen und Interpellationen zur Sicherheitspolitischen Strategie 2026 eingereicht haben, ist ein Erfolg und ein wichtiges Signal an SEPOS und den Bundesrat, die Strategie vor der Verabschiedung zu überarbeiten.

Schliesst euch unserer Kampagne #Securityforall an

Wir laden Organisationen ein, sich unserer Kampagne «Sicherheit für alle» anzuschliessen. Nehmt mit uns Kontakt auf – lasst uns Bündnisse schmieden.

Gerne stellen wir anderen Organisationen Vorlagen für Social-Media-Beiträge zur Verfügung, mit denen sie zeigen können, was Sicherheit für sie bedeutet. Gemeinsam können wir Druck auf das SEPOS und den Bundesrat ausüben, damit sie die Forderungen der Zivilgesellschaft nach einer menschenzentrierten Sicherheitspolitik berücksichtigen, und das Bewusstsein dafür schärfen, dass Sicherheit ein Anliegen aller ist, die in der Schweiz leben.

Um mehr zu erfahren oder an der Kampagne teilzunehmen, wendet euch bitte an Larissa Lee und Luana de Souza

Fragen für die Fragestunde
Interpellationen