29.04.2026, Nachruf Monika Stocker: Ein trauriges Adieu

Am 21. April 2026 verstarb die Schweiz Politikerin Monika Stocker. Sie war eine langjährige Wegbegleiterin unserer Gründerin und Präsidentin Ruth-Gaby Vermot und Mitglied des Teams, das hinter der «1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005»-Initiative stand. Ruth-Gaby Vermot würdigt die Freundschaft und Unterstützung von Monika Stocker.

Vermot and Stocker at 2005 1000 PeaceWomen exhibit

Wie lange kannten wir uns? Ein friedenspolitisches Leben lang – so scheint mir. Dass Monika krank war, wusste ich. Dass sie sterbenskrank war, wollte ich nicht wahrhaben, zu undenkbar ihr Weggehen, zu traurig, diese starke, durchsetzungsfähige und politisch integre Freundin und Weggefährtin zu verlieren.

Monika war die Erste, der ich von meiner Vision erzählte, 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005 zu nominieren. Sie fragte nicht warum, wozu oder was soll das. Sie verstand sofort, dass es darum ging, die tagtägliche Friedensarbeit von Frauen und in all den kriegsversehrten Ländern sichtbar zu machen, ihre Pflege- und Aufräumarbeiten, ihr Kampf um Wasser, die tägliche Nahrung und ein würdiges Leben öffentlich zu machen und den Aufräumerinnen von sinnloser Zerstörung eine Stimme zu geben. Als ich Monika bat, das Vizepräsidium zu übernehmen, sagte sie zu, trotz ihrer immensen beruflichen Belastungen als Leiterin des Sozialdepartementes der Stadt Zürich.

Wir haben uns mit einem kleinen Team, einem engagierten Vorstand und grossen Geldsorgen an die Arbeit gemacht. Wir klopften bei Banken, Stiftungen und Unternehmen an. Meist mit geringem Erfolg. Monika liess sich nie einschüchtern. Gemeinsam erklärten wir den Sinn unserer Initiative und gemeinsam zottelten wir nach einem gewundenen und immer ziemlich diffusen Nein wieder ab. «Das lassen wir uns nicht bieten,» knurrte Monika jeweils trotzig. Und letztlich, nach vielen Betteltouren, bekam sie Recht und wir das Geld. Wir schafften es, die Namen von 1000 Frauen nach Oslo zu schicken. Dass die 1000 Frauen den Nobelpreis nicht erhielten, fanden wir ungerecht. Aber statt zu trauern, unternahm Monika alles, um die Ausstellung der 1000 FriedensFrauen mit grossem Erfolg in Zürich zu zeigen.

Monika trat als Vizepräsidentin zurück, blieb jedoch meine bereichernde Gesprächspartnerin. Wir verbrachten viel Zeit, um den Weg der Nachfolgeorganisation FriedensFrauen Weltweit zu definieren. Monika war immer bereit, mitzudenken, mitzutragen und mit mir zu streiten, wenn wir aufgeben wollten. 

Was mich beim Abschied von Monika tröstet, ist das Wissen, dass ihre unterstützende, unkonventionelle Denkarbeit und wohlwollende, konstruktive Kritik dazu geführt haben, dass FriedensFrauen Weltweit immer mehr Gestalt annahm und heute eine bekannte, weltweit vernetzte Organisation ist von Frauen, die sich entschieden haben, gemeinsam über Landesgrenzen hinweg, Frieden möglich zu machen.

Bern, April 2026

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